Wissensnetzwerk evidence.de
Evidence in der Presse

Gesammelte Presse-, Rundfunk- und Internet-Meldungen
zu evidence.de, Patieltenleitlinien.de und Medizinerwissen.de

Westfälische Rundschau, Zeitgeschehen, 1.3.2004

Wittener Uni gibt Tipps für Asthmatiker

Witten/Herdecke. Wissen Sie, was eine Lippenbremse ist oder ein Kutschersitz? Für Asthmatiker sind es einfache, aber wirkungsvolle Atemtechniken, einem akuten Anfall zu begegnen. Vorbildlich erläutert werden diese und viele andere Fachbegriffe auf einer neuen Internetseite der Privatuniversität Witten/Herdecke.

Mit www.Patientenleitlinien.de, erst seit kurzem im Netz, will die Universität Asthmatiker und die Eltern asthmakranker Kinder unterstützen. Sie finden dort eingängige Antworten auf Fragen wie "Was passiert beim Asthma?", "Wie kann man vorbeugen?", "Welche Medikamente helfen?", "Wie kann der Asthmatiker wieder tief durchatmen?".

Die Asthma-Leitlinie für Betroffene sei nicht die einzige Seite zu diesem Thema im Internet, "sie ist aber die erste, die auf einer entsprechenden Ärzteleitlinie beruht und damit die strengen wissenschaftlichen Kriterien der evidenzbasierten Medizin erfüllen", erklärt Uni-Sprecher Dr. Olaf Kaltenborn. Evidenzbasiert heißt: Vermitteltes Wissen wird durch aktuelle wissenschaftliche Studien abgesichert und ist stets auf dem neuesten Stand.

Kein medizinisches Fachchinesisch

Wer nun medizinisches Fachchinesisch befürchtet, wird angenehm enttäuscht. Vorgänge und Fremdwörter werden verständlich erklärt. "Wir wollen den Dialog zwischen Arzt und Patient fördern", sagt Internist Nik Koneczny, der die Patientenleitlinien mit der Ärztin Jana Isfort formulierte, "im Zentrum steht der informierte Patient, der gemeinsam mit seinem Arzt lernt, sein Leben mit Asthma zu meistern."

Das insgesamt fünfköpfigen Team legt großen Wert auf die Akzeptanz der Leitlinien, die von Betroffenen intensiv unter die Lupe genommen wurden. Autorin Isfort war bei Selbsthilfegruppen vor Ort und berichtet: "Von den Asthmatikern bekamen wir wertvolle Hinweise und Verbesserungsvorschläge."

Zahl der Betroffenen steigt stetig an

Möglicherweise findet auch der ein oder andere vermeintlich Gesunde hilfreiche Informationen auf den Asthma-Seiten. "Pfeifender Atem, trockener Husten, Kurzatmigkeit, Engegefühl in der Brust, Luftnot": Oft handele es sich um Asthma, wenn diese Beschwerden dem Hausarzt geschildert würden. "Gerade bei Kindern ist häufig schlecht festzustellen, ob es sich nur um einen längeren Husten oder schon um Asthma handelt", sagt Nik Koneczny.

Nach Angaben der Wittener Experten leiden fünf Prozent der Erwachsenen und zehn Prozent der Kinder an dieser chronischen Erkrankung der Atemwege. Und die Patientenzahlen gerade in den Industrienationen stiegen stetig an. Der Grund: unbekannt.

Nik Koneczny rechnet mit einer schnell steigenden Zahl von Zugriffen auf die Asthma-Seiten. Die anderen Themenangebote der Wittener wie Kopfschmerzen, Bluthochdruck oder Rückenschmerz werden pro Tag jeweils zwischen 800 bis 1000 Mal angesteuert.

Weitere Informationen zum Thema gibt es im Internet unter der Adresse
www.Patientenleitlinien.de  

29.02.2004   Von Michael Schmitz

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Ärztezeitung, Medica aktuell, 19.11.2003

Fortbildung online: Ärzte können im Internet punkten
System der Universität Witten/Herdecke gewinnt Software-Preis / Zusammenarbeit mit dem Software-Unternehmen Materna

DÜSSELDORF (ger). Die Nachweispflicht für medizinische Fortbildung, die die Gesundheitsreform den Ärzten bringt, ist auch bei der Medica ein Thema. Erste Anbieter von Fortbildung im Internet sind in den Messehallen präsent.

Als einer der ersten Anbieter haben die medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke und der Dortmunder IT-Dienstleister Materna GmbH gemeinsam ein Online-Portal zur zertifizierten Ärztefortbildung entwickelt. Die Fortbildungsplattform www.medizinerwissen.de ist eingebettet in das etablierte medizinische Wissensnetzwerk www.evidence.de der privaten Hochschule mit Informationsangeboten für Ärzte und für Patienten.

Hintergrund der Initiative: Ohne Orientierung an medizinischen Leitlinien als Richtschnur für medizinische Qualität laufen Disease-Management-Programme ins Leere. Die Entwickler von der medizinischen Fakultät der Universität haben für das Web-Angebot den Richard-Merten-Preis bekommen. Der mit 5000 Euro dotierte Preis wurde vor kurzem beim 7. Deutschen Qualitätstag in Frankfurt verliehen.

Die Wissenschaftler um Dr. Martin Butzlaff wollen mit dem Projekt Ärzten und Patienten helfen, aus der zunehmenden Informationsmenge die Erkenntnisse herauszufiltern, die für sie relevant und hilfreich sind.

Aus dieser Zielsetzung heraus sind mehrere miteinander verlinkte Websites entstanden, auf denen Leitlinien zu Volkskrankheiten wie Demenz, Asthma, Hypertonie etc. aufbereitet werden. Dabei sind die Leitlinien für Patienten um der Verständlichkeit willen nochmals speziell aufbereitet. Zusätzlich können Ärzte auf diesen Seiten zertifizierte Fortbildungsmodule absolvieren.

Der Richard-Merten-Preis wird für Arbeiten vergeben, die unter Einsatz von Informationstechnik die Qualitätssicherung im Gesundheitswesen voranbringen. Stifter sind die Unternehmen MCS in Eltville (Praxis- und Klinik-EDV) und das Marktforschungsunternehmen medimed in Darmstadt.

Weitere Informationen im Web unter www.evidence.de, www.patientenleitlinien.de, www.medizinerwissen.de. Medica: Materna, Halle 17, A23, MCS, Halle 17, A18/A19. Informationen zu medimed in Halle 17 bei vielen Praxis-EDV-Anbietern

http://www.aerztezeitung.de/docs/2003/11/19/1m1402.asp?cat=

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Westfälische Rundschau 21.05.2003, REGION RHEIN-RUHR

An der Uni Witten lernen Ärzte online

Witten/Dortmund. Ärzte, die sich fortbilden, stehen in der Patientengunst weit oben, weil sie kompetent behandeln. Doch der Mediziner von heute hat wenig Zeit, um sein Wissen zu pflegen. Darauf hat die Privatuni Witten/Herdecke reagiert: Sie bietet Online-Fortbildungen an.

Gemeinsam mit der Dortmunder IT-Schmiede Materna wurde ein Internet-Portal zur Ärztefortbildung auf die Beine gestellt - was trefflich in die aktuelle gesundheitspolitische Debatte passt. Eine Forderung von Gesundheitsministerin Schmidt (SPD) ist ein "Ärzte-TÜV", der Qualität wie Wirtschaftlichkeit medizinischer Behandlungen sichern soll: Fortbildung soll künftig zur Pflicht werden.

"Wir wollen zunächst Allgemeinmediziner, Hausärzte und Internisten ansprechen", sagt Dr. Martin Butzlaff, Prodekan der Wittener Medizin-Fakultät. Klar sei, dass das Angebot die klassische Fortbildung nicht ersetzen kann. "Der Teilnehmer hat aber die Möglichkeit zusätzlich zu lernen, ohne eine Präsenzpflicht erfüllen zu müssen."

Was heute ganz modern unter den Begriff "E-Learning" fällt, funktioniert wie folgt: Der wissenshungrige Arzt loggt sich an seinem PC per Geheimzahl ein und kann dann gegen eine geringe Gebühr in dem Portal www.medizinerwissen.de büffeln.

"Bislang haben wir 14 verschiedene Themen geladen. Aufgebarbeitet sind Krankheitsbilder wie Bluthochdruck oder Herzschwäche", erläutert Butzlaff. Das Angebot soll wachsen; bis zum Sommer, so das Ziel, sind 20 so genannter Leitlinien formuliert und aufbereitet. Hat der Arzt den Stoff intus, kann er einen Wissenstest abarbeiten. Sind mindestens 60 Prozent der Antworten richtig, gilt die Fortbildung als bestanden - eine Bescheinigung kann ausgedruckt und bei der Ärztekammer Westfalen-Lippe vorgelegt werden.

Angebot auch für interessierte Laien

Dort findet das zertifizierte System volle Anerkennung. "Bislang handelt es sich bei Fortbildungen um eine freiwillige Leistung des Arztes", betont Kammersprecher Klaus Dercks und fügt an: "Noch." Im Bezirk Westfalen-Lippe erhalten niedergelassene Ärzte, die in drei Jahren 100 "Fortbildungspunkte" sammeln, ein bundesweit anerkanntes Fortbildungs-Zertifikat. Wer in Witten erfolgreich abschneidet, bekommt einen Punkt anerkannt. Dercks: "Für die Arzt-Patienten-Bindung ist das Zertifikat durchaus von Bedeutung."

Für Laien bietet die Uni ebenfalls eine Infobörse rund um das Thema Gesundheit. "Absolut kosten- und werbefrei", betont Butzlaff, "und mit rund 40 000 Klicks pro Monat überaus erfolgreich."

Nähere Informationen finden Mediziner unter www.medizinerwissen.de ,
Patienten und Laien unter
www.patientenleitlinien.de. Von Torsten Droop
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Lifeline/dpa:

Mittelohrentzündung: Antibiotika strittig

Mittelohrentzündungen bei Kindern sollten einer Studie von Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke zufolge nicht gleich mit Antibiotika behandelt werden. In mindestens vier von zehn Fällen sei eine solche Behandlung fragwürdig, da in vielen Fällen keine bakteriellen Entzündungen vorlägen, die mit Antibiotika behandelt werden könnten, sagte Leitlinien-Koordinator und Internist Nik Koneczny am Donnerstag in Witten. Die Wissenschaftler hatten die bekanntesten Untersuchungs- und Behandlungsmethoden über 17 Monate lang nach den neuesten methodischen Forderungen der Medizin überprüft.

Es mangele an Beweisen, dass Antibiotika die Heilung garantieren können. Zwar können sie die Krankheitsdauer etwas verkürzen, verursachen aber oft selbst wieder Nebenwirkungen. Wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen sei es, dass in Deutschland nahezu alle Patienten mit Antibiotika therapiert werden, während es im Nachbarland Holland nur 31% sind.

Die Wissenschaftler empfehlen Ärzten, zunächst abzuwarten und zu beobachten. Eltern könnten bei der meist schmerzhaft verlaufenden Erkrankung den Wirkstoff Paracetamol zur Linderung geben. Wissenschaftlich in der Wirkung nicht bewiesen, als Hausmittel aber bewährt, sei das Zwiebelsäckchen.

Als Leitlinie verfasst, stehen die Erkenntnisse der Ärzten als Diagnosehilfe (www.evidence.de) und Patienten (www.Patientenleitlinien.de) im Internet zur Verfügung. (dpa/red)


http://www.lifeline.de/cda/page/center/0,2845,8-12098,FF.html

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19-Januar 2003

Mittelohrentzündung bei Kindern
Viel zu oft werden Antibiotika verschrieben

Hamburg (ots) - Kindern mit einer akuten Mittelohrentzündung verschreiben
die Ärzte in Deutschland zu häufig und übereilt Antibiotika. Zu diesem
Schluss kommen Experten der Universität Witten-Herdecke, die neue Therapie
Leitlinien für Eltern und Ärzte ausgearbeitet haben. Danach werden
hierzulande nahezu alle Kinder mit Mittelohrentzündung antibiotisch
behandelt - dreimal so viele wie beispielsweise in den Niederlanden. Dabei
können die bakterienhemmenden Medikamente aktuellen medizinischen Studien
zufolge weder die Komplikationsrate auffallend senken, noch die Dauer der
schmerzhaften Ohrerkrankung wesentlich verkürzen.

Zumal rund 40 Prozent der Infektionen durch Viren verursacht werden, gegen
die die antibakteriellen Arzneimittel nicht wirken.

"In der Medizin wird leider zu häufig mit Kanonen auf Spatzen geschossen",
sagt Dr. med. Christiane Bauch von der Techniker Krankenkasse (TK). "Die
neuen Leitlinien machen deutlich, dass Schmerzen und Fieber gerade bei
unkomplizierten Mittelohrentzündungen auch mit anderen Mitteln behandelt
werden können." Dafür kommen neben Schmerz- und Fieberzäpfchen auch alte
Hausmittel wie Zwiebelsäckchen und Wadenwickel in Frage.

Fast jedes zweite Kind in Deutschland erkrankt im ersten Lebensjahrzehnt an
einer akuten Mittelohrentzündung - oft mehrfach. Die Ohrinfektion ist sogar
der häufigste Grund, warum Eltern mit ihren Sprösslingen einen Kinderarzt
aufsuchen. Meist verschreiben die Ärzte sofort ein Antibiotikum, ohne den
weiteren Krankheitsverlauf abzuwarten.

"Viele Eltern nehmen die Nebenwirkungen der Antibiotika wie etwa Durchfall
und Hautausschläge in Kauf, weil sie hoffen, den starken Ohrenschmerzen
ihrer Kinder schneller ein Ende zu bereiten", sagt TK-Medizinerin Bauch.

"Doch das ist offensichtlich ein Trugschluss". Denn die Antibiotika könnten
die Ohrentzündung im Höchstfall um einen Tag verkürzen, wie die Experten aus
Witten-Herdecke berichten.

Auch sei die Gefahr groß, durch überflüssige Antibiotika-Einnahme resistente
Keime zu züchten.

Die Leitlinien mahnen nun zum kritischeren Umgang mit dem Antibiotikum bei
akuten Mittelohrentzündungen. Zusätzlich informieren sie Eltern über
Risikofaktoren, wie den Gebrauch von Schnullern, über den richtigen Einsatz
von Schmerzmitteln oder Nasentropfen und geben Hinweise, bei welchen
Symptomen man sofort einen Arzt kontaktieren sollte.

Die Leitlinien zur Mittelohrentzündung finden interessierte Eltern unter
www.Patientenleitlinien.de und Ärzte unter www.evidence.de im Internet.


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http://www.urbia.de/

Winterzeit - Erkältungszeit. Für Kinder bedeutet das immer auch:
Mittelohrentzündungen, oft mit heftigen Ohrenschmerzen und Fieber verbunden.
920.000 Fälle der sogenannten Mittelohrentzündung (Otitis media) werden
jedes Jahr behandelt, fast immer mit Antibiotika.

Wundermittel gegen die Mittelohrentzündung haben auch die Mediziner der
Universität Witten/Herdecke nicht entdeckt. Aber sie haben die bekanntesten
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden kritisch geprüft.

"Es gibt jetzt gute und vor allem wissenschaftlich belegbare Gründe, bei
Mittelohrenentzündungen die Verschreibepraxis zu ändern", so der Internist
Nik Koneczny. "Die hierzulande übliche Verordnung von Antibiotika bei einer
Mittelohrentzündung ist in Zukunft sicher seltener gerechtfertigt als
bisher", erklärt auch der Kinderarzt Dr. Stefan Schmidt-Troschke vom
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.

Es mangelt an Beweisen, dass Antibiotika die Heilung garantieren können.
Zwar können sie die Krankheitsdauer etwas verkürzen, verursachen aber oft
selbst wieder Nebenwirkungen. Wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen sei
es, dass in Deutschland nahezu alle Patienten mit Antibiotika therapiert
werden, während es im Nachbarland Holland nur 31 Prozent sind.

Soll man in Zukunft also besser auf "Chemie" verzichten? In jedem Fall
sollten dies Eltern nur zusammen mit dem behandelnden Arzt entscheiden.
Hilfestellung kann dabei die Patientenleitlinie "Mittelohrentzündung"
liefern, die jetzt von der Universität Witten/Herdecke im Internet unter
www.Patientenleitlinien.de frei zugänglich veröffentlicht wurde. (Quelle:
idw)

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http://derstandard.at/?id=1185040
 

Der Standard

     17. Jän, 2003
     10:50 MEZ  Zu schnell und zu häufig verordnet
     Untersuchung in der BRD: Seltener Antibiotika gegen
Mittelohrentzündungen einsetzen
Witten/Herdecke - Viele Ärzte verordnen zu häufig und zu schnell
Antibiotika gegen Mittelohrentzündungen. Das ist das Ergebnis einer
Untersuchung der Universität Witten/Herdecke. Die Mediziner fanden keine
Beweise dafür, dass Antibiotika die so genannte Otitis media heilen können.

     Zwar könnten sie die Krankheitsdauer etwas verkürzen, allerdings
häufig zum Preis ungewollter und unangenehmer Nebenwirkungen.
Wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen sei es, dass in Deutschland nahezu
alle Patienten mit Antibiotika behandelt würden, während es etwa in den
Niederlanden nur 31 Prozent seien.

     Mittelohrentzündungen werden in 60 Prozent der Fälle von Bakterien
ausgelöst und in 40 Prozent der Fälle von Viren. Als Folge des schmerzhaften
Abwehrkampfes des Körpers gegen die Erreger kommt es zur Rötung, Erwärmung
und Schwellung von Haut und Schleimhaut. Auch der Gang, der Mittelohr und
Rachen miteinander verbindet, kann dabei derart zuschwellen, dass
Flüssigkeit und Schleim nicht mehr abfließen und sich im Mittelohr sammeln.
Wird dort der Druck zu groß, kann sich im Trommelfell ein Riss bilden, und
die entzündliche Flüssigkeit läuft nach außen ab. Meist lassen die Schmerzen
dann deutlich nach, und der Riss wächst problemlos wieder zu.

     Verschreibepraxis ändern

     Die Wissenschafter aus Witten/Herdecke prüften die bekanntesten
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der Otitis nach strengen
medizinischen Maßstäben. Ergebnis: "Es gibt jetzt gute und vor allem
wissenschaftliche belegbare Gründe, bei Mittelohrentzündungen die
Verschreibepraxis zu ändern", sagt der Internist Nik Konecny.

     Auch der Kinderarzt Stefan Schmidt-Troschke vom
Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke betont: "Die hier zu Lande übliche
Verordnung von Antibiotika bei einer Mittelohrentzündung ist in Zukunft
sicher seltener gerechtfertigt als bisher." Ohnehin können Antibiotika nur
bakterielle und nicht virale Infektionen bekämpfen. (APA/AP)
 

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Freitag 17. Januar 2003, 02:07 Uhr

Gesundheit & Service

Antibiotika gegen Mittelohrentzündung nicht immer sinnvoll

Witten/Herdecke (AP) Deutsche Ärzte verordnen zu häufig und zu schnell
Antibiotika gegen Mittelohrentzündungen. Das ist das Ergebnis einer
Untersuchung der Universität Witten/Herdecke. Die Mediziner fanden keine
Beweise dafür, dass Antibiotika die so genannte Otitis media heilen können.
Zwar könnten sie die Krankheitsdauer etwas verkürzen, allerdings häufig zum
Preis ungewollter und unangenehmer Nebenwirkungen. Wissenschaftlich nicht zu
rechtfertigen sei es, dass in Deutschland nahezu alle Patienten mit
Antibiotika behandelt würden, während es etwa in den Niederlanden nur 31
Prozent seien.

Pro Jahr werden in der Bundesrepublik 920.000 Mittelohrentzündungen
diagnostiziert. Ausgelöst werden sie in 60 Prozent der Fälle von Bakterien
und in 40 Prozent der Fälle von Viren. Als Folge des schmerzhaften
Abwehrkampfes des Körpers gegen die Erreger kommt es zur Rötung, Erwärmung
und Schwellung von Haut und Schleimhaut. Auch der Gang, der Mittelohr und
Rachen miteinander verbindet, kann dabei derart zuschwellen, dass
Flüssigkeit und Schleim nicht mehr abfließen und sich im Mittelohr sammeln.
Wird dort der Druck zu groß, kann sich im Trommelfell ein Riss bilden, und
die entzündliche Flüssigkeit läuft nach außen ab. Meist lassen die Schmerzen
dann deutlich nach, und der Riss wächst problemlos wieder zu.

Die Wissenschaftler aus Witten/Herdecke prüften die bekanntesten
Untersuchungs- und Behandlungsmethoden der Otitis nach strengen
medizinischen Maßstäben. Ergebnis: «Es gibt jetzt gute und vor allem
wissenschaftliche belegbare Gründe, bei Mittelohrentzündungen die
Verschreibepraxis zu ändern», sagt der Internist Nik Konecny. Auch der
Kinderarzt Stefan Schmidt-Troschke vom Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke
betont: «Die hier zu Lande übliche Verordnung von Antibiotika bei einer
Mittelohrentzündung ist in Zukunft sicher seltener gerechtfertigt als
bisher.» Ohnehin können Antibiotika nur bakterielle und nicht virale
Infektionen bekämpfen.

http://www.patientenleitlinien.de

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http://www.medical-tribune.de/GMS/nachrichten/Ohrenweh

Hergehört bei Mittelohrentzündung
 
WITTEN - Was tun, wenn Kinder Mittelohrentzündungen haben? Abwarten oder Antibiose? Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke fanden heraus, dass Antibiotika nicht immer sofort gegeben werden müssen. In mindestens 4 von 10 Fällen ist ein solches Procedere fragwürdig, da in vielen Fällen keine bakterielle Entzündung vorliegt. Über 17 Monate lang wurden Kinder mit einer Mittelohrentzündung nach aktuellen Behandlungskriterien überprüft. Dies hat ergeben, dass die Gabe von Antibiotika keineswegs eine Heilung garantieren kann. Eine verkürzte Krankheitsdauer wird häufig mit mehr Nebenwirkungen "erkauft". Die Empfehlung: Abwarten und beobachten. Paracetamol kann lindern, ebenso wie ein wissenschaftlich nicht belegtes Hausmittel, das "Zwiebelsäckchen". Die Erkenntnisse sind auch im Internet zu finden: http://www.evidence.de und http://www.Patientenleitlinien.de.

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http://www.multimedica.de/public/fachportal/paediatrie/news_478.html


Leitlinien zur Otitis media
 

Bei der Therapie der Otitis media werden in Deutschland fast immer
Antibiotika eingesetzt. Ob das auch wirklich sinnvoll ist, haben jetzt
Wissenschaftler an der Universität Witten/Herdecke untersucht.


Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 920.000 Fälle von Otitis media
behandelt. Und fast immer werden dazu Antibiotika verschrieben.
Wissenschaftler der Universität Witten/Herdecke haben nun die in Deutschland
gängigen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden einer kritischen Prüfung
nach den Richtlinien der evidenzbasierten Medizin unterzogen.

"Es gibt jetzt gute und vor allem wissenschaftlich belegbare Gründe, bei
Mittelohrentzündungen die Verschreibepraxis zu ändern", meint der Internist
Nik Koneczny, Koordinator der Leitlinien. Nach Ansicht seines Forscherteams
mangelt es an Beweisen, dass eine Antibiose die Heilung garantiert. In
vielen Fällen könne die Krankheitsdauer zwar verkürzt, aber dafür müssten
auch Nebenwirkungen der Antibiotika in Kauf genommen werden.

Während in Holland nur etwa 31 Prozent aller Mittelohrentzündungen mit
Antibiotika behandelt werden, stellt diese Therapie in Deutschland den
Standard dar. "Die hierzulande übliche Verordnung von Antibiotika bei einer
Mittelohrentzündung ist in Zukunft sicher seltener gerechtfertigt als
bisher", meint auch der an der Leitlinienerstellung beteiligte Kinderarzt
Dr. Stefan Schmidt-Troschke vom Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke.

Ihre Erkenntnisse hat die Universität Witten/Herdecke nun in einer Leitlinie
zusammengefasst, die dazu beitragen soll, die Qualität und Sicherheit der
Diagnosestellung zu verbessern und die Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen
der Therapie zu minimieren. Die Leitlinie "Akute Otitis media" in der
Version 11/2002 basiert auf anderen nationalen und internationalen
Leitlinien-Dokumenten, die übersetzt, inhaltlich und formell überarbeitet
und an hausärztliche Erfordernisse angepasst wurden. Sehr übersichtlich ist
der "Otitis media-Algorithmus" zur Diagnose und Therapie. Eine
Aktualisierung ist für das vierte Quartal 2004 geplant. Ärzte finden sie
frei verfügbar im Internet unter www.evidence.de. Patienten werden auf die
Seite www.Patientenleitlinien.de verwiesen, wo sie neben Informationen zur
Mittelohrentzündung auch Patientenleitlinien zu anderen Krankheitsbildern
abrufen können.

Leitlinie "Akute Otitis media" in der Version 11/2002
Informationen zur Mittelohrentzündung und Patientenleitlinien

Nach Informationen von dem Informationsdienst Wissenschaft

BSMO , 21.01.2003

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"Service Gesundheit" WDR

http://www.wdr.de/tv/service/gesundheit/inhalt/20030127/b_6.phtml
 

Antibiotika bei Mittelohrentzündungen

Erkältungsviren oder Bakterien gelangen über Mund und Rachen auch ins
Mittelohr. Die verbindende Röhre ist bei Kindern noch kurz und weit, so dass
sie häufig an einer schmerzhaften Mittelohrentzündung leiden. Allzu oft
werden dann Antibiotika verschrieben, obwohl die nur gegen Bakterien wirken
und die Erkrankung höchstens um einen Tag verkürzen. Experten der Uni
Witten/Herdecke empfehlen den Verzicht auf Antibiotika bei unkomplizierten
Mittelohrentzündungen. Stattdessen sollten Eltern nach alternativen
Therapien fragen. Rotlicht gegen Schmerzen, Wadenwickel bei Fieber und
Packungen mit Kamille oder zerkleinerten, angewärmten Zwiebeln haben sich
bewährt. Die Patientenleitlinie "Mittelohrentzündungen bei Kindern" mit
Behandlungsempfehlungen und Hinweisen für Eltern gibt es hier zum
Herunterladen:

www.patientenleitlinien.de/Mittelohrentzuendung/mittelohrentzuendung.htm
Die Leitlinien werden vom Wissensnetzwerk evidence.de erarbeitet.

PULSmix Sendung vom 06.01.2003
http://www.sfdrs.ch/webtool/preview/standardleaflet.php?catid=pulsmerk&docid=20030106_3
 

IDW Informationsdienst Wissenschaft:

Medizinisches Wissens-Netzwerk im Internet: www.evidence.de

Ein netzbasiertes Handwerkszeug für Mediziner und Patienten wird gefördert

Der Gedanke ist unmittelbar einleuchtend: Das Internet bietet Ärzten eine zunehmend wichtigere Plattform zur Information über Erkennung und Behandlung von Krankheiten und hilft den betroffenen Patienten, ihre Erkrankung besser zu verstehen und mit ihr umzugehen.

Allerdings überfordert die Flut neuer Veröffentlichungen und die dezentrale Struktur des Internets selbst professionelle Nutzer. Patienten stehen oft vor der Frage, ob sie den Informationen aus dem Netz überhaupt trauen können

Das Kompetenz-Netzwerk www.evidence.de der Universität Witten/Herdecke will alle Betroffenen mit den nötigen Informationen und Entscheidungshilfen versorgen. Es ist in der Lage, sich mit derzeit 16 Kliniken und etwa 30 Allgemeinarztpraxen integrativ zu vernetzen. Projektleiter Martin Butzlaff: "Wir werden mit unserem akademischen Wissensnetzwerk neueste medizinische Erkenntnisse schnell, zuverlässig und verständlich dorthin bringen, wo sie am meisten gebraucht werden."

Die Universitäts-Mediziner sehen sich dabei als Vermittler zwischen den Praxen und den Krankenhaus-Spezialisten, die das in ihrem Bereich relevante, weltweit recherchierte Wissen aufbereiten. Die effiziente Weitergabe wird nun über eine HTML/XML-basierte, interaktive Plattform als medizinische Leitlinien gewährleistet; deren Schlüsselaussagen sind durch aktuelle wissenschaftliche Studien abgesichert, d.h. sie sind evidenzbasiert.

Parallel dazu werden ausgewählte medizinische Spezialisten der Universitätskliniken als individuelle Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die Praxis-Erfahrungen mit diesem Wissen werden dem Netz von allen Anwendern zurückgespiegelt und ermöglichen einen kontinuierlichen Anpassungsprozess.

Adäquate Patienten- und Angehörigeninformationen entwickelt die Universität in enger Zusammenarbeit mit den Betroffenen .
Das Projekt wird auf zwei Jahre mit DM 300.000 DM von der international operierenden Janssen-Cilag-Gruppe gefördert.

Erste Ergebnisse einer Evaluation der Funktionsfähigkeit des Wissens-Netzwerks werden im Juni 2001 vorliegen.

Kontakt: Dr. Martin Butzlaff und N.Koneczny, Tel. 02302-926-714
e-mail: info@evidence.de
Weitere Informationen finden Sie im WWW:
http://www.evidence.de

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Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 36 vom 07.09.01, Seite 22 [SUPPLEMENT: Praxis Computer]

evidence.de - Internetbasierte medizinische Leitlinien:

Mit den Internet-Seiten des Wissensnetzwerkes evidence.de wird das Angebot deutschsprachiger Leitlinien um eine weitere Adresse bereichert. Die Universität Witten/Herdecke versucht, die Interaktivität webbasierter Darstellung zu nutzen.

Der medizinische Alltag ist bestimmt von der Suche nach Informationen: Stations-, Haus- und Fachärzte sind ständig damit beschäftigt, ihr Wissen sowohl über ihre Patienten als auch über neue medizinische Informationen auf den aktuellen Stand zu bringen. Dazu stehen ihnen jährlich mehr als 20 000 biomedizinische Zeitschriften zur Verfügung, die Medline-Datenbank, die monatlich um 33 000 aktuelle Artikel ergänzt wird, und die Ressourcen des Internets, in dem man mit dem Suchbegriff „medicine“ bei einer Suchmaschine 19 Millionen mal fündig wird. Mit der zunehmenden Überforderung, diese Informationen zu verarbeiten, steigt der Bedarf an vertrauenswürdigen Vermittlern. Es gilt, das verfügbare Wissen mit nachvollziehbaren wissenschaftlichen Kriterien aufzuarbeiten und praxisrelevant zu vermitteln. Leitlinien sind möglicherweise ein geeigneter Weg dazu.

Leitlinien: Zahlreich, aber wenig beachtet

Wer Leitlinien sucht, wird im Internet fündig: Englische, US-amerikanische, kanadische, neuseeländische, aber auch deutsche Server bieten oft hochqualifizierte, evidenzbasierte, medizinische Leitlinien zum Download an.

Seit dem Sommer 2000 gibt es ein deutschsprachiges Leitlinien-Angebot unter der Adresse www.evidence.de. Die medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke erstellt hier ein Portfolio evidenzbasierter Leitlinien, die nicht nur den Empfehlungen der ÄZQ (Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung), Köln, genügen sollen, sondern auch die interaktiven Möglichkeiten computerbasierter Wissensvermittlung auszuschöpfen versuchen.

Um Leitlinien in die Routine der ärztlichen Arbeit einzubinden, müssen sie dort verfügbar sein, wo die Fragen gestellt werden. Aktenordner mit gedruckten Leitliniendokumenten werden in der Arztpraxis schnell verstauben; die Suche nach bestimmten Textstellen ist mühselig. Auch internetbasierte Leitlinien können ihre Herkunft aus dem Print-Bereich meist nicht verleugnen: Oft sind die Textdokumente lediglich in HTML- oder PDF-Dateien transformiert worden.

Dagegen bieten computerbasierte Medien dem geübten Nutzer die Möglichkeit, gezielt auf aktuelles Wissen zuzugreifen und aus der Fülle der Informationen die für seine Fragestellung relevanten Antworten herauszufiltern.
Auf den Intranet-Seiten des Wissensnetzwerkes evidence.de führt die Verknüpfung zu einem Krankheitsbild zunächst auf ein Flussdiagramm, den Algorithmus. Hier werden die wichtigsten Aussagen zu Diagnostik und Therapie mit Angabe der Evidenzstärke als Entscheidungsbaum mit „ja/nein“-Verzweigungen auf etwa zwei Bildschirmgrößen präsentiert. Für eine schnelle Entscheidungsfindung, beispielsweise bei der Behandlung von Harnwegsinfekten, reicht dieser Algorithmus schon aus.

Wer detailliertere Informationen sucht, Begründungen für die Evidenzangaben, Literaturangaben oder Studienergebnisse, findet diese kontextbezogen in der Volltextversion über den jeweiligen Link auf dem Flussdiagramm.

Eine weitere Schaltfläche führt zur Patienten-Leitlinie. Hier sind die Leitlinien-Inhalte laiengerecht und alltagsrelevant formuliert. Jeder Seite ist eine kapitelbezogene Navigation vorangestellt, sodass der Anwender nicht den kompletten Text nach einer bestimmten Information durchsuchen muss.

Informationsfluss

Circa 400 Ärzte sind über 120 Lehrpraxen und 18 kooperierende Kliniken an die medizinische Fakultät der Universität Witten/Herdecke angebunden.
Zielsetzung ist, das weltweit verfügbare Wissen aus medizinischen Datenbanken, Studien und Leitlinien für die Praktiker zu bewerten und alltagsrelevant aufzuarbeiten. Das Ärzteteam von evidence.de arbeitet mit den Experten aus den Kliniken zusammen, um internationale Empfehlungen an das deutschsprachige medizinische Umfeld anzupassen. Beispielsweise haben nuklearmedizinische Untersuchungstechniken bei der Diagnose der Herzinsuffizienz in US-amerikanischen Empfehlungen eine größere Bedeutung als in bundesdeutschen; hierzulande ist dagegen die Echokardiographie verbreitet.

Es wäre unzureichend, wenn der Informationsfluss nur in eine Richtung stattfinden würde – aus den Kliniken über die Universität in die Praxen. Die Erfahrungen mit der Umsetzung der Leitlinien-Empfehlungen sollen dem Wissensnetzwerk zurückgespiegelt werden, unter anderem über das Diskussionsforum und die Zugriffsstatistiken, damit die Inhalte den Erfordernissen der Praxis angepasst werden können. Auch die Patienten-Leitlinien können nur über ein direktes Feedback aus der Praxis sinnvoll formuliert werden.

Zukunft: Fragen und mögliche Antworten

Das Wissensnetzwerk evidence.de steckt noch in den Anfängen: Gegenwärtig befinden sich erst vier Leitlinien im Intranet, vier weitere sind in Bearbeitung, das Passwort wird noch per E-Mail verschickt, die Seitendarstellung ist nicht auf allen Computersystemen optimal.

Sowohl die inhaltliche als auch die technische Darstellung der Leitlinien wird ausschließlich durch die eigenen Mitarbeiter realisiert; externe Dienstleister sind bislang nicht eingebunden.

Viele Fragen sind noch zu klären:

  • Werden Praxiscomputer in Zukunft Web-Seiten darstellen können?
  • Ist der Algorithmus die optimale Form, Entscheidungsfindungen abzubilden?
  • Welches Internetprotokoll ist geeignet, wachsende Datenmengen zu verwalten und bestmöglich in Leitlinienform zu präsentieren?
  • Wie wird wertvolle Information im Internet künftig finanziert?
  • Wie verändert sich das Arzt-Patienten-Verhältnis, wenn Arzt und Patient auf dieselbe Datenbasis zugreifen können?
  • Wichtigste Frage: Werden die Ärzte in den Praxen und Krankenhäusern leitlinienbasiertes Wissen einsetzen, wenn sie auf eine universitäre Netz-Plattform zugreifen können?

Erste Antworten soll eine randomisierte Studie liefern, die zurzeit in 65 Lehrpraxen durchgeführt wird.
Mittelfristig sind folgende weitere Entwicklungen des Wissensnetzwerkes geplant:

  • Sechs weitere Leitlinien sollen bis Jahresende veröffentlicht werden.
  • Die Patienten-Leitlinien sollen als eigenständige Webseite ohne Passwortschutz zugänglich gemacht werden.
  • Vorgesehen ist auch ein Diskussionsforum zum Austausch zwischen Praktikern und Experten.
  • Eine externe Medikamentendatenbank wird eingebunden (Klick auf Wirkstoff in der Volltextversion führt zum Handelspräparat mit Preisangabe).
  • Die medizinischen Leitlinien werden für die studentische Ausbildung (Humanmedizin und Pflegewissenschaften) aufgearbeitet.
  • Die medizinischen Professionen und die Betroffenen werden stärker in die Leitlinienentwicklung mit einbezogen.

Längerfristig wird über die Implementierung der Leitlinien in Praxismanagement- und Klinikkommunikations-Systeme nachgedacht, über die Formulierung der Leitlinien für mobile Systeme wie PDAs (Palmtops) mit UMTS-Anbindung für den ständigen Datenaustausch sowie über die Realisierung „individualisierter Interaktivität“. Das heißt, die Empfehlungen sollen sich den Patientendaten anpassen, beispielsweise indem bei bekannten Erkrankungen kontraindizierte Medikamente „ausgeblendet“ werden (Stichwort: Expertensysteme).

Schließlich sollen auch weitere Datenbanken eingebunden werden, wie zum Beispiel der ICD-Schlüssel, Cochrane-Reviews und Medline. Angestrebt ist darüber hinaus auch die Internationalisierung des Angebots. Wer sich ein Bild von evidence.de machen will, kann bei den Autoren ein Passwort anfordern und das Angebot ausprobieren.

Nik Koneczny,
Martin Butzlaff, Horst C. Vollmar,
Bettina Floer, Jana Isfort

Anschrift für die Verfasser:
Nik Koneczny, Wissensnetzwerk evidence.de, Fakultät für Medizin,
Universität Witten/Herdecke, Alfred Herrhausenstraße 50, 58448 Witten,
E-Mail: webmaster@evidence.de
 

Aus:
evidence.de - Internetbasierte medizinische Leitlinien
Ein zukunftsfähiges Modell
Deutsches Ärzteblatt 98, Heft 36 vom 07.09.01, Seite 22 [SUPPLEMENT: Praxis Computer]

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Update:  24.03.2009

 

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